Azubis tüfteln im Makerspace

 Makerspace

Wissenstransfer zum Anfassen: 15 Auszubildende der KAPP Ausbildungs-GmbH bauten bei uns im Makersapce Seifenblasenmaschinen und stärkten neben technischen Fähigkeiten vor allem ihren Zusammenhalt im Team. Betreut wurden sie von Experten der Hochschule Coburg.

Lasern, löten und ganz viel tüfteln: Die 15 neuen Auszubildenden der KAPP Ausbildungs-GmbH aus Coburg und Berlin wurden an ihrem dritten Tag der Einführungswoche ganz schön gefordert. Im Rahmen eines Workshops stellten die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren in drei Gruppen Seifenblasenmaschinen im CREAPOLIS Makerspace der Schlachthofvilla her.

Der Apparat taucht die Blasringe selbstständig in Seifenlauge ein und bläst diese anschließend durch ebenso selbst erzeugten Luftstrom wieder aus. Jan Schmid, Techniker bei CREAPOLIS und einer der drei Workshopleiter, erklärt es genauer: „Ein Mikrocontroller steuert das Servo. Das Servo senkt und hebt den Ring für die Seifenblasen in und aus der Seifenlauge. Die Seifenblasen entstehen durch einen Luftstrom. Dieser entsteht durch einen Motor-betriebenen Propeller.“

Für den Aufbau waren neben Konzentration und guten Ideen auch Vorwissen aus verschiedensten technischen Disziplinen gefragt: Technisches Verständnis brachten alle mit. Sie haben sich für eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker oder Elektroniker entschieden. Zwei von ihnen befinden sich in einem Verbundstudium, das heißt sie absolvieren neben ihrer Ausbildung im Betrieb noch ein Studium an der Hochschule Coburg. Betreut wurden alle von technischen Experten der Hochschule Coburg: Markus Hülß, Jan Schmid und Roland Kohlberg. Sie gaben Anleitung und Freiraum für eigene Lösungen.
Die Auszubildenden hatten zwar eine Bauanleitung auf Papier, aber viele Teile der Seifenblasenmaschine mussten sie erst noch herstellen. Die Schwierigkeit hier: Maschinen, wie Lasercutter oder Drahtbiegemaschine übernehmen zwar die Arbeit – sie lasern zum Beispiel die Strukturteile aus oder biegen die Haken für die Schnurführung – aber dafür mussten die Auszubildenden erst die einzelnen  Arbeitsschritte einprogrammieren.

Besonders spannend war der 3D-Drucker. Damit wurde eine Lüfterhutze gedruckt, welche den Luftstrom für das Entstehen der Seifenblasen konzentriert. Viele der Maschinen, die die Auszubildenden im Makerspace nutzten, werden ihnen im Lauf ihrer Ausbildung wieder begegnen. Das ist den jungen Männern bewusst. Konzentriert und neugierig wenden sie ihre Aufmerksamkeit wechselseitig der Maschine, ihren Teamkollegen oder den Anleitern zu.

Die Schwierigkeit am Projekt: Das Modell steht verborgen in einem anderen Raum. Nachdem auch Ansteuerung und Antrieb am Laptop erfolgreich programmiert worden war, konnten die Seifenblasenmaschinen in Betrieb genommen werden. „Die Jungs haben das super gemacht. Sie waren alle sehr interessiert, haben gut zusammengearbeitet und hatten gute Gedanken, zum Beispiel bei der Schaltung“, sagt Anleiter Markus Hülß. Möglicherweise wird der ein oder andere die offene Werkstatt von CREAPOLIS nun auch in seiner Freizeit nutzen. „Mir hat die Arbeit hier gut gefallen“, erzählt Auszubildender Corvin Haagen. Er könnte sich vorstellen, auch mal privat den CREAPOLIS Makerspace zu nutzen. Sein Kollege Henry Schuster pflichtet ihm bei: „Das ist eine gute Sache!“ Die jungen Männer, die an diesem Tag auch als Gruppe ein Stück mehr zusammengewachsen sind, freuen sich über ihre fertige Seifenblasenmaschine. „Mit diesem Workshop wollen wir den Zusammenhalt unter den Auszubildenden stärken“, erzählt Björn Engel, Ausbilder der KAPP Ausbildungs-GmbH. Mit Blick auf die Gruppe scheint dies erfüllt.

„CREAPOLIS hat zum Ziel den Wissenstransfer zwischen der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft in der Region zu intensivieren. Derartige Workshops, in denen Teilnehmer und Experten der Hochschule gemeinsam etwas erarbeiten, sind ein perfektes Format dafür“ freut sich Verena Blume, Netzwerk Managerin bei CREAPOLIS. Verena Blume und Saskia Rosenbauer von der Personalabteilung der KAPP NILES Unternehmensgruppe haben sich bei einer Veranstaltung kennengelernt. Nach einem persönlichen Besuch im Makerspace in der Schlachthofstraße entschied sich Saskia Rosenbauer für eine Zusammenarbeit im Rahmen der Azubi-Einführungstage.