CREAPOLIS  
TOTAL DIGITAL

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Was bedeutet die Digitalisierung für Wissenschaft und Gesellschaft? Die Hochschule Coburg diskutierte mit bei "Total Digital".

In Coburg fanden vom 15. bis 17. Oktober 2019 die ersten Coburger Digitaltage "Total Digital" statt, organisiert von unseren Nachbarn Zukunft.Coburg.Digital - das fanden wir von CREAPOLIS natürlich super und haben uns gleich mit vier Beiträgen aus der Hochschule Coburg beteiligt. 

Den Auftakt machte Prof. Mirko Kraft (Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Professur für Versicherungsbetriebslehre) mit einem Kurzvortrag zum Thema Telematik in der Kfz-Versicherung. Das Wort Telematik setzt sich zusammen aus Telekommunikation und Informatik. Aber was heißt das konkret für die Kfz-Versicherung? Obwohl 99% der Besucher des Vortrags eine Kfz-Versicherung haben, hat keiner bisher einen Telematik Tarif abgeschlossen. Mittels Blackbox oder App wird das Fahrverhalten des Versicherten erfasst und daraus ein Punktewert ermittelt. Dieser bestimmt die Prämie der Kfz-Versicherung. Aber nicht nur das Fahrverhalten spielt eine Rolle, auch die Dauer und Uhrzeit der Fahrten, sowie die Strecke können Einfluss auf die Höhe der Prämie haben. Hm, ich war bisher immer unfallfrei unterwegs und halte mich für eine sichere Fahrerin - vielleicht entscheide ich mich demnächst für einen Telematik-Tarif ...

Vom Telematik-Tarif ging es gleich weiter mit dem zweiten, spannenden Beitrag der Hochschule Coburg - eine Podiumsdiskussion "Wie smart ist Coburg?". Eingangs wurden die Teilnehmenden mitgenommen auf einen ganz persönlichen Einblick zu dem Thema Smart Cities und damit verbundenen Hoffnungen und Ängsten aus Sicht einer Architektin, Stadtplanerin und Pendlerin zwischen Stuttgart und Coburg. Danach diskutierte CREAPOLIS zusammen mit Vertretern der Hochschule Coburg, des Fraunhofer-Instituts, der Stadtverwaltung und Wirtschaft über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung von Stadt und Gesellschaft. Wie verbessern digitale Techniken unsere Lebensqualität? Welche smarten Lösungen werden in Coburg und der Region bereits genutzt? Und was bedeutet die Smartifizierung für die hiesige Wirtschaft? Was können wir von unseren Nachbarn lernen? Hier ließen wir gemeinsam den Blick nach Tallinn schweifen. Abschließend waren sich alle Diskutanten einig, dass Coburg und die Region auch in 10 Jahren noch eine lebenswerte smarte City sein wird. 

Vier Bürger haben sich am Mittwochnachmittag in den CREAPOLIS Makerspace eingefunden, um ein eigenes Feinstaubmessgerät zu bauen. Nach einer kurzen Einführung zu dem Thema Sensorik von Prof. Thomas Wieland, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für drahtlose Sensorik und Professur für Informatik an der Hochschule Coburg, legten die Teilnehmer mit dem Zusammenbau der vorbereiteten Bausätze los. Frank Eisenwiener betreute ehrenamtlichen den Workshop und stand den Teilnehmer bei technischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Nach zwei Stunden hielt jeder Teilnehmer stolz seine fertige Station in den Händen. Nach der Installation vor Ort in Coburg können nun eigenständig Qualität, Feuchtigkeit und Temperatur der Luft gemessen werden. Als nächster Schritt werden die gemessenen Daten für Forschungszwecke dem Fraunhofer-Institut zur Verfügung gestellt und visualisiert. Die Wissenschaft wird somit durch Citizien Science bei der Erhebung von Daten unterstützt und die Bürgerschaft erhält einen Einblick in das Forschungsfeld.

Du hattest keine Zeit? Es gibt bereits fertige Messgeräte, die ein Zuhause suchen. Als Pate wirst du Teil des weltweiten Netzwerkes Luftdaten.info. Durch deine übermittelten Daten kann die Plattform ihre Feinstaub-Karte ständig aktualisieren.

Am Donnerstag sprach Prof. Felix Weispfenning in einem Kurzvortrag zum Thema Eyetracking über die Technologie sowie seinen Erfahrungen aus der Forschungspraxis. Der Wirtschaftswissenschaftler der Hochschule Coburg kann mittels Eyetracking-Technologie zum Beispiel die Augenbewegungen auf Websites visualisieren und analysieren. Dieses Website-Tracking ermöglicht es insbesondere Unternehmen, ihre Websites für ihre Zielgruppen zu optimieren. Doch nicht nur für die Aufzeichnung von Augenbewegungen auf Bildschirmen kann die Eyetracking-Technologie angewendet werden: In einem Forschungsprojekt in Kooperation mit einer Supermarktkette untersuchten Studenten die Augenbewegungen von Kunden während des Einkaufs. In einem kurzen Film zeigte Prof. Weispfenning uns die Visualisierung der Augenbewegungen eines Kunden. Spannend für Supermarktbetreiber: Welche Produkte werden, je nach ihrem Standort im Laden sowie im Regal, besonders häufig wahrgenommen? Im Anschluss an den Kurzvortrag gab es Gelegenheit zum Austausch.

Wir freuen uns, dass die Veranstaltungen der Hochschule Coburg im Rahmen von Total Digital so gut besucht waren und zur gemeinsamen Diskussion über einige Themen der Digitalisierung beitragen konnten. 

Bei Total Digital 2020 sind wir gerne wieder dabei!