Team-Interview: Charlotte

 Creapolis

Wir haben mit Charlotte ein kurzes Interview darüber geführt, was ihre Aufgabe als Teammitglied von CREAPOLIS ist. Lesen lohnt sich, denn Charlotte wertet unsere Umfragen aus und hat einiges zu berichten.

Charlotte, was ist deine Aufgabe bei CREAPOLIS?

Meine Aufgabe als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei CREAPOLIS ist es, das Hochschul-Projekt CREAPOLIS zu evaluieren. Das bedeutet, dass ich mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden untersuche, ob und inwiefern unsere Projektziele erreicht werden. Als ein übergeordnetes Ziel könnte ich z.B. die Förderung des Wissenstransfers von der Hochschule in die Region nennen.

Wie erstellt man eine Evaluation und auf was muss geachtet werden?

Das ist natürlich abhängig davon, was genau ich evaluieren möchte. Bei uns sind das häufig öffentliche Veranstaltungen für Wissenstransfer und Networking oder z.B. die Workshops im CREAPOLIS Makerspace. Bei Veranstaltungen mit Vorträgen von Wissenschaftlern möchte ich herausfinden: Wurde das Thema für die Teilnehmenden verständlich präsentiert und war es für sie relevant? Konnten die Besucher neue Kontakte knüpfen? Für solche Fragestellungen verwende ich meist Skalen, bei denen die Befragten verschiedene Aussagen auf einer Skala von „trifft voll und ganz zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“ bewerten können.

Wichtig ist, dass die Befragungen nicht zu lang sind. Zum einen will man den Befragten nicht mit ellenlangen Fragebögen die Zeit rauben, und zum anderen will ich als Wissenschaftlerin nur Daten erheben, die für meine Fragestellungen relevant sind. Das gilt insbesondere für personenbezogene Daten. Z.B. stelle ich mir die Frage: muss ich wirklich das genaue Alter der Befragten wissen oder reicht mir die Einordnung in Altersklassen? Auch ist wichtig, sich Gedanken zu machen, wie man die Befragung an die Frau bzw. den Mann bekommt, um einen guten Rücklauf zu erhalten. Da bin ich auch auf die Unterstützung des gesamten Teams angewiesen – das klappt super.

Was passiert dann mit deinen Auswertungen?

Die Ergebnisse meiner Untersuchungen sind zunächst mal für meine Kolleginnen und Kollegen wichtig, weil sie quasi in Echtzeit sehen, wie unsere verschiedenen Veranstaltungen und Angebote im Makerspace bei den Leuten ankommen. So können wir uns laufend verbessern. Zudem nutze ich die Auswertungen für meine Doktorarbeit, an der ich parallel arbeite. In meiner Arbeit geht es um die Frage, welche Evaluationsmethoden für die Bewertung eines Hochschulprojektes wie CREAPOLIS gut geeignet sind. Das ist natürlich auch praktisch und politisch sehr relevant. Denn am Ende der Laufzeit eines Projektes wie CREAPOLIS interessiert sich der Fördergeber, bei uns das Bundesministerium für Bildung und Forschung, schließlich dafür: Wurden die Projektziele erreicht? Dafür braucht es geeignete Evaluationsmethoden.

Wen befragst du hierfür?

Ich versuche prinzipiell alle Personengruppen, die mit CREAPOLIS in Kontakt kommen, bei meiner Evaluation zu berücksichtigten. Ende letzten Jahres haben wir zum Beispiel eine Online-Befragung aller Nutzerinnen und Nutzer, die bei uns im Makerspace registriert sind, durchgeführt. Das waren zu dem Zeitpunkt 540 Personen, die mindestens einen Kurs an einem der Geräte im Makerspace bei uns absolviert haben. Immerhin rund 80 Personen haben an der Befragung teilgenommen, das ist schon recht gut. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die teilgenommen haben!

Könntest du uns einen kleinen Einblick in die Ergebnisse der Befragung geben? Habt ihr zum Beispiel Hinweise bekommen, was ihr verbessern könntet?

Ein berechtigter Kritikpunkt für unsere Maker sind die Öffnungszeiten. Sie und natürlich auch wir würden uns wünschen, dass der Makerspace abends und auch am Wochenende geöffnet hat. Wir sind schon länger an dem Problem dran und denken, das mithilfe engagierter Maker sowie mit unseren studentischen Hilfskräften ermöglichen zu können. Nun müssen wir natürlich erstmal abwarten, dass wir überhaupt wieder öffnen können, denn derzeit haben wir ja pandemiebedingt geschlossen. Indirekt haben wir aus den Ergebnissen noch einige andere Schlüsse für uns gezogen, zum Beispiel bezüglich unserer Kommunikationsstrategie nach außen. Außerdem wollen wir unser Kursangebot um Experten- bzw. Fortgeschrittenen-Kurse erweitern, was ebenfalls ein häufig genannter Wunsch bei der Befragung war.

Was hat dich erstaunt? Was war unerwartet?

Erstaunt hat mich, dass unsere Maker so sehr unter Zeitmangel leiden, weshalb sie nicht zu uns kommen können. Ich hätte eher erwartet, dass sie keine Projektideen haben, oder unser Kursangebot nicht passend ist…

Toll fand ich zum Beispiel zu sehen, dass sich insbesondere die Gruppen der 35 - 44 Jährigen sowie die 45-59 Jährigen unter den Befragten offenbar durch den Besuch im Makerspace mit neuen Technologien beschäftigt haben, wenn man sich hier bei dem bunten gruppierten Balkendiagramm anschaut, wie sich innerhalb der Altersgruppen prozentual die Antworten auf der Skala verteilen. Und womöglich ist die Gruppe der 25 - 34 Jährigen uns technologisch teilweise schon voraus? 😉

Was läuft gut und soll beibehalten werden? Was hat das Team besonders gefreut?

Wir haben uns sehr über das insgesamt sehr positive Feedback zu unseren Angeboten und unserer Arbeit gefreut. So gab zum Beispiel 93% der Befragten an, dass sie sich durch den Besuch unserer Einführungskurse auf die selbständige Arbeit an den Geräten vorbereitet fühlen. Und immerhin knapp über die Hälfte der Befragten gab an, sich durch den CREAPOLIS Makerspace verstärkt für die Forschungsgebiete und/oder Veranstaltungen der Hochschule Coburg zu interessieren. Das zeigt, dass der Makerspace auch ein Türöffner in die Hochschule sein kann und gleichzeitig die Hochschule mit dem Makerspace näher an die Innenstadt und die Bürgerinnen und Bürger heranrückt. Für Ende 2021 ist auf jeden Fall wieder eine große Maker-Befragung geplant – ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Bis dahin wollen wir auf jeden Fall noch besser werden 😊

Fragen an Charlotte? Kontakt: Charlotte Roth (charlotte.roth@hs-coburg.de)